Thomas Jordans Einschätzungen zum e-Franken
In einem kürzlich erschienen NZZ Interview äussert sich SNB-Präsident Thomas Jordan kritisch zu e-Franken. Er identifiziert drei Elemente die gegen die Einführung sprechen:
- technologisch nicht trivial
- derzeit keinen Zusatznutzen
- Wenn alle Unternehmen und Privatpersonen unbeschränkt Reserven halten können, sei das ein Systemwechsel hin zu weniger Marktwirtschaft. Zudem könne es zu einer “einer Flucht in digitales Zentralbankgeld” kommen in einer Krise.
Allgemein sind das schwache Kritikpunkte am e-Franken. Natürlich, trivial ist so eine Änderung des Geldsystems nicht, aber genau deswegen sollte früh damit begonnen werden eine allfällige Einführung zu planen. Andere Länder wie z.B. Schweden tun genau das seit mehreren Jahren.
Zudem haben Banken in einem Geldsystem mit e-Franken die Wahl, ob sie die Risiken eines digitalen Bankruns in Kauf nehmen oder ob sie die Verbindlichkeitsstruktur der Bilanz so organisieren, dass dies nicht möglich ist. Kunden können, z.B. mit attraktiven Angeboten von Terminkonti, dazu motiviert werden ihr Geld so anzulegen, dass ein Bankrun nicht möglich ist. So gesehen stärkt ein Geldsystem mit RFA gar den Wettbewerb, da den Kunden eine zusätzliche Option zur Verfügung steht.