Medienabgabe Schweiz

Es ist wohl der grösste auf dem Verordnungsweg orchestrierte journalistische Leistungsabbau der jüngeren Schweizer Geschichte. Ohne das Volk zu befragen, werden dem medialen Service Public Gelder entzogen. Der Leistungsabbaukurs ist somit für die nächsten Jahre vorprogrammiert - ganz egal wie die Abstimmung zur Halbierungsinitiative nächstes Jahr ausgeht.

Mit den vom Bundesrat beschlossenen Gebührensenkungsschritten von heute 335.- auf zunächst 312.- im Jahr 2027 und 300.- im Jahr 2029 wird das Angebot weiter ausgedünnt oder an der Qualität zurückgeschraubt werden. Die ablehnende Haltung gegenüber dem medialen Service Public hat die entscheidenden gesellschaftlichen Kreise fest im Griff und die SRG-Halbierungsinitianten feiern noch vor der Abstimmung Erfolg um Erfolg.

Nach Jahrzehnten der gebührenseitigen Stabilität wird ohne Not dieses Standbein der vierten Gewalt unter Druck gesetzt. In einem sowieso schon schwierigen wirtschaftlichen Umfeld für das Mediensystem mit sinkenden Abo- / Werbeeinnahmen, hat der Bundesrat, unterstützt durch ein passives Parlament, nichts Besseres zu tun, als eine eigentlich stabile Einkommensquelle der Medienbranche zu torpedieren.