Doku-Empfehlung: Die letzte Zeitung
Aus ökonomischer und gesellschaftlicher Perspektive hätte man niemals zulassen dürfen, dass ein einzelner Unternehmer die allermeisten Medien einer Region aufkauft. Mit den jüngsten Zukäufen, etwa der Gratiszeitung “Fridolin” im Glarnerland, zeigt die Somedia, dass sie weiterhin das Ziel verfolgt, ihre Monopolstellung zu festigen.
1) Gibt es in einer Region nur noch ein bedeutendes Medienunternehmen, ist man nur einen Fehltritt von der Nachrichtenwüste entfernt. Der Film zeigt exemplarisch, wie sehr eine Region von den Entscheidungen einer einzigen Familie abhängig werden kann.
2) Was passiert wenn das Unternehmen an den Meistbietenden verkauft wird, weil die aktuelle Eigentümerschaft keine Lust mehr hat? Wer garantiert, dass die neuen Besitzer im Sinne der Gesellschaft agiert und nicht einfach das Unternehmen ausschlachtet um danach die Pforten zu schliessen? Wieso ist es an privatwirtschaftlichen Akteuren diesen gesamtgesellschaftlich relevanten Entscheid zu fällen?
3) Niemand garantiert, dass alle gesellschaftlichen Strömungen noch zu Wort kommen können.
Und so weiter und so fort. Der Zustand des Lokaljournalismus ist auch in der Schweiz bedenklich. Das veranschaulicht diese Dokumentation eindrücklich.