SRG beteiligt sich an Werbesystem im Replay-TV
So, so, Werbung gibt es jetzt auch beim SRG Replay-TV. Einmal mehr entsteht der Eindruck, dass die SRG lieber mit den Medienkonzernen kooperiert als aus der Bevölkerungsperspektive zu denken und zu handeln. Schon der Medien-Deal im Mai für weniger SRG Onlineinhalte gegen Minimalunterstützung der Verlegerbranche bei der nächsten Anti-SRG Volksinitiative war ein befremdliches Signal an die bezahlenden SRG-Nutzer:innen.
Das SRG Direktorium scheint vergessen zu haben wer die SRG finanziert. Nein, es sind nicht die Medienkonzerne. Diese sind je länger desto mehr auf der Seite jener Player anzusiedeln, die das Wesen der SRG torpedieren.
Und das alles passiert in einem Gesamtkontext, in welchem die Werbeeinnahmen für die SRG immer mehr an Relevanz verlieren. Sie sanken von über 300 Millionen CHF im Jahr 2000 auf zuletzt 140 Millionen CHF. Trotzdem wird mit den privaten Konzernen kooperiert um den Nutzer:innen mehr Werbung anzeigen zu können.
Solche Massnahmen untergraben auch die Zustimmung bei der bezahlenden Bevölkerung. Es ist auch absehbar, welche Angriffe gegen die SRG als nächstes gefahren werden:
- Das vorzügliche Podcastangebot, weil es Hörer:innen abzieht von kommerziellen Produktionen (wo durch Werbung Einnahmen generiert werden).
- Das hauseigene Streamingangebot (PlaySuisse und PlaySRF), weil es werbefrei und online für alle verfügbar ist.
- Das Newsportal SRF Online ist schon unter Beschuss, aber jede weitere Möglichkeit, das Angebot zu verschlechtern, wird gefordert werden.
Die SRG sollte so schnell wie möglich eine Kurskorrektur vornehmen und sich dezidiert auf die Seite der bezahlenden Nutzer:innen stellen und nicht länger mit profitgesteuerten Medienkonzernen kooperieren. Ansonsten droht sie die Zustimmung in der Bevölkerung zu verlieren, was das Fundament ihrer Finanzierung nachhaltig in Frage stellen würde.